Kindertagespflege in Ergenzingen
Auf der Suche nach einer geeigneten Betreuung für ihre Kinder haben es Familien heutzutage schwer. Die Kitas sind überlastet und werden immer teurer, die Rückkehr in den Beruf muss aber immer schneller erfolgen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Sind die KiTa-Plätze, wie in Ergenzingen, knapp, gibt es die Möglichkeit der Betreuung durch eine Tagesmutter. Hier werden Kinder von 0-3 vollumfänglich und Kinder ab 3-14 Jahre begleitend betreut. Die Kindertagespflege ist der KiTa in ihrem Bildungs- und Schutzauftrag gleichgestellt, bietet aber in kleinen Gruppen von bis zu fünf Kindern eine auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes angepasste Betreuung. Durch Einbindung in die Familie der Tagesmutter entsteht in familiärer Atmosphäre die Möglichkeit, sich auf die Kinder einzulassen, anstatt sie in eine starre Tagesstruktur einzupassen. Auch auf die Bedürfnisse der Eltern kann hier Rücksicht genommen werden, da Kinder auch in d
en Randzeiten, z.B. vor und nach der Schule oder der KiTa, von der Tagesmutter betreut werden können. Es gibt hier keine festgelegten Öffnungszeiten. Und das Beste: es ist auch noch deutlich günstiger als die Gebühren in den KiTas in Ergenzingen. Eine Betreuung von 40 h pro Woche für ein Kind unter drei Jahren kostet in der Kindertagespflege im Höchstsatz nur € 326,00 pro Monat, was durch eine soziale Staffelung und die öffentliche Förderung vom Land möglich ist. In einer Krippe in Ergenzingen werden solche Betreuungszeiten gar nicht erst angeboten. Außerdem würde man bei einem Kind in der Familie knapp das Doppelte bezahlen, nämlich € 593,00 zzgl. Mittagessen. Nun sollte man meinen, dass ein solches Angebot vor allem berufstätige Eltern in Scharen anlockt, die Kindertagespflege eine große Nachfrage erfährt und es dementsprechend auch viele Tagesmütter vor Ort gibt, die ein gleichwertige Alternative zur KiTa darstellen. Dem ist jedoch mitnichten so. Woran liegt das?
Wenn man mit Eltern im Ort spricht, so findet man schnell heraus, dass es weitestgehend unbekannt ist, dass es in Ergenzingen überhaupt eine Kindertagespflege gibt. Dies wiederum liegt daran, dass es in Ergenzingen kaum Tagesmütter gibt und die paar Plätze in der Kindertagespflege auch nicht großartig beworben werden. In der jetzigen Situation allerdings, in der es in Ergenzingen an allen Ecken und Enden an KiTa-Plätzen fehlt und schnell improvisierte Zwischenlösungen gefunden werden, um der immer weiter steigenden Kinderanzahl zu begegnen, wäre ein gut ausgebautes Netz an Tagesmüttern vor Ort deutlich von Vorteil. Nein, sogar ein Muss.
Um deutlich mehr Kindertagespflege in Ergenzingen zu ermöglichen, muss jedoch auch die Frage gestellt werden, wie man die Arbeitsbedingungen von Tagesmüttern so verändert, dass sich mehr Menschen in diesen Beruf wagen, durch den unsere Kinder auf ihrem Lebens- und Bildungsweg maßgeblich begleitet werden. Finanziell sind Tagesmütter aber deutlich schlechter gestellt als Menschen, die für den Mindestlohn arbeiten. Bei einem Stundenlohn von € 7,50 pro Kind und Stunde, wovon noch Sachkostenpauschale, Steuern, Renten- und Krankenversicherung abgehen, bleibt am Ende nicht viel mehr als ein Anstandsgroschen. Auch wenn die Kommune bei der Betreuung von 4 bzw. 5 Kindern gleichzeitig einen Zuschuss von € 0,50 pro Kind/Stunde und eine zusätzliche Sachkostenpauschale von maximal €200 pro Monat zahlt, was beides jedoch auch wieder versteuert werden muss, ist der Lohn, der am Ende übrigbleibt, eine Frechheit. Wenn man diesen Beruf wählt, muss viel Herzblut dabei sein, sonst fragt man sich eines Tages, warum man morgens überhaupt aufsteht.
Warum gibt es trotzdem Menschen, die diesen Job weiterhin gerne ausüben? Oft trifft man auf Menschen, denen die Kinder so am Herzen liegen, dass sie lieber einen zweiten Job annehmen oder weit mehr als 60 Stunden pro Woche in der Kindertagespflege arbeiten. Das geht schnell an die Substanz. Als Ultima Ratio, wenn es gar nicht reicht, oder kräftemäßig das Limit erreicht ist, gibt es auch die Möglichkeit, für die Eltern die Kosten zu erhöhen. Dies ist aber ein Schritt, den viele Tagesmütter scheuen, da es die Kindertagespflege zu einer Dienstleistung nur für Besserverdienende macht, die eine ungeplante Kostenerhöhung relativ einfach stemmen können.
Obwohl so manchen Leser bei den gerade angeführten Zahlen ungläubiges Staunen befallen dürfte, so ist man in Rottenburg stolz auf die Zuzahlungen, die man den Tagesmüttern leistet. Allerdings gibt es diesen Zuschuss nur für Rottenburger Kinder, was sowohl Tagesmütter als auch Eltern vor eine weitere Herausforderung stellt. Kommt bspw. ein Kind aus Weitingen, die Eltern arbeiten aber in Ergenzingen, so gibt es den Zuschuss für die Tagesmutter, die geschickt auf dem Weg zur Arbeit liegt, nicht. Also wird diese, in Anbetracht der so oder so schon extrem schlechten Bezahlung, kein Kind aufnehmen, das nicht aus der Kommune kommt. Das ist für Eltern und Tagesmütter gleichermaßen unbefriedigend. Weist man auf dieses Problem oder generell auf die miserablen Zustände in der Kindertagespflege hin, so fühlen sich weder Kommune, noch der Kreis, noch das Land zuständig. Der schwarze Peter wird so lange hin- und hergeschoben, bis Tagesmütter und Eltern entnervt aufgeben. Hier wird die jetzige Situation in Ergenzingen, in der schnell mehr Plätze in der Kinderbetreuung geschaffen werden müssen, komplett verkannt. Land, Kreis und Kommune müssen klare Verantwortlichkeiten schaffen und benennen und vor allem die Situation für die Tagesmütter in der Kindertagespflege drastisch verbessern, damit mehr Menschen diesen Beruf ergreifen. Es geht schließlich um unsere Kinder.
Bee-Bot und Blue-Bot für die Kinder
Auf der didacta 2023 wurden die Lernroboter für Kinder (Kindergarten, Vorschule, Grundschule) vorgestellt. Mit den kleinen Bienenrobotern und den Befehlen vorwärts, rückwärts, rechts, links,
drehen lernen Kinder erste Programmierschritte und wie man Bewegungsabläufe nacheinander strukturiert plant. Wir, Cornelia Ziegler-Wegner und ich, haben uns in Bodelshausen, wo dieses
pädagogische System schon seit geraumer Zeit für Kinder angeboten wird, die Einsatzmöglichkeiten erklären lassen. Da wir auch unseren OV Herrn Wachendorfer von dem Konzept überzeugen konnten,
bestellte die Verwaltung die 2 Bots sowie verschiedene Spielunterlagen.
Bee-Bot und Blue-Bot kamen bei der Kreativmeile am 01./02. Juli im Rathausgarten zu ihrem ersten Einsatz. Mitglieder der BfE und des Bücherschrank-Teams hatten dort für die Kinder verschiedene
Aktivitäten vorbereitet.
Die große Resonanz hat uns überrascht, der Rathausgarten war so belebt wie schon lange nicht mehr. Erstaunlich war, wie schnell und wie begeistert die Kinder mit den beiden Lernrobotern
umgegangen sind und eigene Ideen entwickelt haben.
Etliche haben sich gegenseitig schwierige Aufgaben gestellt und waren mächtig stolz, wenn die Bots mit ihren Anweisungen die richtigen Wege gefunden haben. Jedes teilnehmende Kind erhielt eine
kleine Urkunde zum „Programmier-Meister“ bzw. „Programmier-Meisterin“.
Beim Ferienspaß und anderen öffentlichen Veranstaltungen werden von nun an die Lernroboter eingesetzt. Da die Bots Eigentum der Verwaltung sind, können sie für Kinderprojekte auch von Vereinen
oder Institutionen, jedoch nicht von Privatpersonen ausgeliehen werden.